März 2026: Reisebericht des Präsidenten Christian Seelhofer
Die Anreise nach Simbabwe war diesmal recht chaotisch. Es begann schon in Zürich. Die Fluggesellschaft wollte mich nicht transportieren, da ich keinen QR‑Code für Simbabwe vorweisen konnte. Erst nach langem Diskutieren für eine Lösung konnte ich fliegen, nachdem ich schriftlich bestätigt hatte, dass die Fluggesellschaft jede Verantwortung für anstehende Probleme ablehne.
Neuerdings braucht man für das Simbabwe-Visum einen QR‑Code. Man muss das Visum, wenn möglich, drei Wochen vor der Reise online anmelden (im Internet unter Zimbabwe Immigration Entry Form). Sie schicken dann per E‑Mail einen QR‑Code. Das ist eigentlich recht gut. Diejenigen, die das hatten, waren schnell durch die Immigration. Ich bekam kein E‑Mail, deshalb hatte ich keinen QR‑Code. Es war jedoch dann bei der Immigration kein Problem. Vor der Grenze hat es eine ganze Reihe von Tablets, wo man noch den QR‑Code machen konnte und dann problemlos durch die Immigration kam. Auch bekam man gerne Hilfe von Officers, die dort herumstanden.
Das Auto von Eurocar war wieder gut, wenn ich auch ein etwas stärkeres hätte mieten sollen. Beim Überholen von diesen langen Lastzügen musste ich manchmal zittern. Die lahme Ente beschleunigte sehr schlecht. Während der ganzen Fahrt regnete es immer wieder, manchmal sintflutartig, so dass man kaum mehr etwas sah und der Scheibenwischer kaum nachkam.
Schliesslich kam ich dann doch noch gut in Silveira an.
Ein erster Rundgang durch Haus und Garten im Orphanage zeigte, dass vieles repariert wurde. Der neue Hausmeister Christopher schaut wirklich gut, dass Haus und Garten im Schuss sind. Im Garten steht viel Mais, welches man bis in ungefähr drei Wochen ernten kann. Auch eine grössere Tomatenanlage ist am Wachsen. Trotzdem, 21 Kinder im Haus und ihre Betreuerinnen brauchen viel zum Essen, und der Garten reicht nicht immer, das Notwendige an Grünfutter für alle zu liefern.
Während meines Aufenthalts habe ich viele Gespräche mit unseren Mitarbeitern im Orphanage geführt. Sie waren sehr interessant und alle lobten die gute Zusammenarbeit mit Mitarbeitern. Es herrscht eine fröhliche, gute Atmosphäre. Natürlich wären alle froh um eine Lohnerhöhung, was dieses Jahr aus Budgetgründen nicht möglich sein wird.
Einundzwanzig Kinder sind nun in unserem Haus untergebracht. Das ist die oberste Grenze. Mehr haben einfach keinen Platz. Die Kinder werden jedoch optimal betreut. Die Grösseren gehen in die Schule, neun Kinder sind jedoch noch zu klein und bleiben zuhause. Sie werden aber von den «Mothers» gut betreut und eine Lehrerin macht tägliche Spiele mit ihnen, und es ertönen einige schöne Lieder.
Das Kinderhaus ist nun auch in Zimbabwe anerkannt. Unsere neue Managerin Tafadzwa hat verschiedene Organisationen angeschrieben und um Hilfe gebeten. Das hat uns schon einige lokale Sachspenden eingebracht, wie Mais, Spielsachen und neu nun sogar 13 Doppelbetten.
Zwei Probleme habe ich noch vorgefunden und müssen dringend gelöst werden. Viele Leintücher in den Betten sind zerrissen, und die Kinder schlafen direkt auf dem Plastik der Matratze. Also müssen dringend Leintücher gekauft werden. Auch ist ein Incinerator (Verbrennungsofen) dringend nötig, damit die Windeln (ca. 400/Monat!!) nicht einfach in eine Grube geworfen und dann schlecht und recht verbrannt und zugedeckt werden. Natur und Grundwasser würden uns das danken. Das können wir jedoch nicht aus dem laufenden Budget entnehmen, und wir suchen einen Spender, der uns dieses Projekt direkt finanziert.
Unser Kinderhausprojekt ist sicher auf einem guten Weg. Wir haben nun einen gut geführten, modernen Kinderheim-Betrieb, auf den wir stolz sein können. Aber alle guten Dinge haben auch ihren Preis. Wir müssen wirklich viel Geld ausgeben für das Gelingen. Ich hoffe jedoch, dass wir das jetzige finanzielle Niveau halten können. Eine leichte Lohnerhöhung ist aber wahrscheinlich nächstes Jahr notwendig.
Ich bin der Meinung, dass wir mit dem jetzigen Standard im Haus und mit der Betreuung der Kinder mit sechs Mothers, einer Sozialarbeiterin und einer Lehrerin/»Beschäftigungstherapeutin» einen maximalen Standard erreicht haben und in Simbabwe eine Vorbildinstitution sind. Dies wurde uns auch während einem staatlichen Kontrolluntersuch bestätigt.
Eingetragen am 21.03.2026 von Markus Graf