Dezember 2025: Reise nach Silveira von Clemens Fehr

Nach 4 Wochen Arzteinsatz in Lesotho flogen wir von Maseru über Johannesburg nach Harare. Mein Begleiter, der simbabwische Arzt Peace Juchu aus Silveira, arbeitet am Musiso Spital und war erstmals ausser Landes.
In Silveira regnete es jeden Tag massiv, inklusive der bekannten Invasion der geflügelten Termiten am dritten Tag. Das Gästehaus ist rundum gut eingerichtet und ich habe das Moskitonetz über dem grossen Bett installiert.
Wir wurden von einer Saatgutfirma reich beschenkt (Foto) und fuhren anschliessend für Besorgungen nach Masvingo (Einkäufe, neuer Drucker etc.). Die Beschaffung von Bargeld gestaltete sich schwierig, da internationale Überweisungen kompliziert waren, aber es gelang schliesslich, die nötigen Mittel für den Betrieb zu organisieren.
Christopher und Winnster fuhren am Mittwoch früh nach Messina (Südafrika), um ein bestelltes kleines Auto abzuholen. Leider ein Rückschlag: Das Auto erfüllte die Anforderungen nicht. Sie leisteten eine Anzahlung und erwarten nun in zwei Wochen eine neue Lieferung.
Als sie am Donnerstag zurückkamen, konnte ich sie noch am Laptop in die gewünschte lokale Buchhaltung und die Excel-Tabellen einführen. Die Zeit mit den Kindern, Müttern und Gärtnern konnte ich zwei Tage lang unbeschwert geniessen.
Am Freitagmorgen um 5 Uhr ging es mit dem alten Isuzu los nach Harare. Es war abenteuerlich: Alles klapperte, die Gangschaltung funktionierte oft erst im dritten Anlauf, die Federung war kaputt, Getriebeöl lief aus und bei Regen wurde alles nass. Dazu eine Windschutzscheibe voller Sprünge – dieses Auto würde ich kaum meinem ärgsten Feind wünschen. In Harare mussten wir mehrfach Polizeibussen zahlen (wegen flackerndem Bremslicht, defektem Blinker etc.). Erster Halt war dann bei der offiziellen Isuzu-Garage. Der Chef dort entpuppte sich zufällig als der Onkel von Christopher. Er wuchs nur 3 km vom Waisenhaus entfernt auf und war von unserem Engagement begeistert. Er riet uns zu einem Neuwagen, damit wir 10 Jahre Ruhe und Garantie hätten, und kam uns preislich sehr entgegen. Ich habe daraufhin einen weissen Isuzu D-Max 1.9 Diesel (Twin Cab mit Canopy) bestellt (3 Jahre Garantie, Service-Intervalle alle 15'000 km). Er soll Anfang Januar ausgeliefert werden, versehen mit der Aufschrift "Little Birds Home". Die Finanzierung konnte glücklicherweise gesichert werden.
Wir kauften Kleidung für die Gärtner, Bewässerungsschläuche, eine Schubkarre, Werkzeuge, Saatgut und mehr. Auch ein neuer, gemeinsamer Laptop für das Büro sowie ein neuer Kochherd wurden angeschafft.
Den Freitagabend verbrachte ich bei Werner Burkhard, der am Kinderhaus alle Elektro- und Solaranlagen installiert hat. Es geht ihm gut, er ist pensioniert und sein Sohn führt das Geschäft weiter. Er brachte mich am Samstag zum Flughafen, von wo aus ich mit Ethiopian Airlines problemlos die Heimreise antrat.
Die beiden neuen Manager machten auf mich einen guten Eindruck, sie wirken engagiert und kompetent. Auch Faith lässt alle herzlich grüssen; sie ist mittlerweile in England.
Liebe Grüsse,
Clemens
Eingetragen am 27.12.2025 von Markus Graf