Meine Reise nach Silveira im September 2026

Nach etwas mühsamer, aber problemloser Reise war ich in der Hauptstadt von Simbabwe eingetroffen. Von zuhause bis Harare, brauchte die Reise ungefähr 24 Stunden. Am nächsten Tag nahm ich dann mit einem Mietauto die 420 km lange Strecke nach Silveira unter die Räder. Wenigstens sind die Strassen in den letzten Jahren gut ausgebaut worden. Die Reise ist nicht selbstverständlich, da der Vorstand ihre Reisen nach Silveira immer persönlich bezahlt und keine Spendengelder damit belastet werden.

Im Waisenhausareal haben wir ein kleines schönes Gästehaus, in dem ich die nächsten zehn Tage wohnte.

Schon am nächsten Morgen begann die Arbeit. Ich machte mit dem Hausabwart einen Rundgang in unserem Waisenhausareal. Er erklärte mir einige Reparaturen, die gemacht werden mussten, ich sah Einiges, das man noch reparieren sollte. Im vorhandenen grossen Abstellraum im Nebengebäude standen viele Sachen herum, die man nicht mehr brauchen kann. Es wurde ausgeräumt. Etwas kann verkauft werden für wenig Geld, einiges muss entsorgt werden, was nicht ganz einfach ist, da es keine Entsorgung gibt und man entscheiden muss, was mit dem Material geschehen soll.

Unsere Abfallentsorgung war auch ein Problem, das ich während diesem Besuch lösen wollte. Bisher wurde unser Abfall in ein etwa einen Meter tiefes Loch im Boden geworfen, dort halb verbrannt und dann mit Erde zugedeckt – nicht gerade ein umweltfreundliches System. Während der letzten aussergewöhnlich starken Regenzeit schwamm vieles im Areal umher, was bei den vielen Windeln unserer Kleinkinder nicht gerade angenehm war. Wir wollten einen Hochtemperaturverbrennungsofen anschaffen und hatten Kosten und Pläne schon fertig bereit. Dann jedoch stellten wir fest, dass der Staat zuerst ein teures Bewilligungsverfahren vorschreibt und dann erneut teure dreimonatige Kontrollen. Wir wollen keine Spendengelder verschwenden und dies dem Staat schenken. Nach langen Diskussionen mit dem Silveira-Spital und der Silveira- Missionsschule (Internat mit über 1000 Schülern), konnten wir erreichen, dass wir unseren Abfall im Hochtemperaturofen des Spitals verbrennen dürfen und dies erst noch kostenlos. Zum Glück fiel nun das Projekt mit einem eigenen Ofen damit weg.

Gespräche mit allen unseren zwölf Angestellten habe ich durchgeführt. Es zeigte sich eine grosse Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen, der Arbeitsatmosphäre und der Zusammenarbeit aller. Die persönlichen Lebensbedingungen einiger Angestellten sind oft sehr schwierig und machten mich betroffen. Umso wichtiger sind ihre Verbindungen mit unserer Institution. Der Auswechslung unseres Managements vor einem Jahr war gut. Angestellten und Kindern geht es deutlich besser.

Wir hatten dieses Jahr einen neuen Isuzu-Pickup angeschafft, nachdem der 20-jährige alte Isuzu fast allmonatlich Reparaturen notwendig machte. Das neue Auto ist super und ich hoffe, damit die nächsten zehn Jahre keine Probleme mehr zu haben.

Ich habe auch eine Instition für behinderte Kinder in der 120 km entfernten Stadt Masvingo besucht und ich hoffe, dass es eine Lösung gibt für Tafudzwa, ein sieben Jahre alter, behinderter Bub in unserer Institution, der eine andere Lösung braucht.

An der letzten GV haben wir beschlossen, dass wir den Bau einer kleinen Schule im Dorf unterstützen wollen, wo ein Teil unserer Kinder die Schule besuchen. Die Schule war bisher in einem engen, unpraktischen Haus eingemietet. Ich habe den noch unfertigen Neubau besucht und gesehen, dass sie unser gespendetes Geld gut eingesetzt haben. Die Leiter der Schule sind uns sehr dankbar.

Im Verlaufe dieses Jahres haben wir neun Kinder neu in unser ambulantes Programm aufgenommen. Es sind Waisenkinder, die in misslichen Bedingungen leben und Unterstützung brauchen mit Nahrungsmittelgaben alle drei Monate und mit Schulgeldern. Damit haben wir insgesamt vierzig Kinder die wir in unserem Haus oder ausserhalb direkt unterstützen.

Vieles wurde mit dem lokalen Management diskutiert. Die monatlichen Rapporte an unseren Schweizerverein «Freunde von Silveira», Probleme mit den Kindern, Anschaffungen für Haus und Umgebung, Budget für das nächste Jahr. Die Rechnungen wurden kontrolliert. Eine verwandte Institution wurde besucht und gemeinsame Probleme und Lösungen gesucht.

In den Abendstunden wurde das Diskutierte und Geschehen im mitgebrachten Tablett niedergeschrieben, damit auch die Vorstandsmitglieder auf dem Laufenden sind. Nach zehn Tagen konnte ich meinen Besuch zufrieden beenden und meine Heimreise wieder antreten.

Eingetragen am 29.09.2026 von Natascha Suter